Was das Gesetz verlangt
Nach § 11 AGG darf ein Arbeitsplatz nicht unter Verstoß gegen das Benachteiligungsverbot des § 7 Abs. 1 AGG ausgeschrieben werden. Geschützt sind nach § 1 AGG unter anderem das Geschlecht und die sexuelle Identität. Eine Anzeige, die nur Männer oder nur Frauen anspricht, verstößt dagegen, es sei denn, das Geschlecht ist eine echte berufliche Anforderung (§ 8 AGG). Solche Ausnahmen sind selten und brauchen eine gute Begründung.
Das Bundesverfassungsgericht hat am 10.10.2017 entschieden (1 BvR 2019/16), dass Menschen, die sich weder als Mann noch als Frau einordnen, eine eigene Angabe im Personenstandsregister brauchen. Seitdem gibt es „divers“. Daher das d.
Schreibweisen, die funktionieren
| Schreibweise | Einsatz | Hinweis |
|---|---|---|
| Elektroniker (m/w/d) | Standard in Jobbörsen | Berufsbezeichnung in der Grundform plus Zusatz |
| Pflegefachkraft (m/w/d) | neutrale Bezeichnung | gut, wenn es eine gibt |
| Verkäufer*in (m/w/d) | Doppelnennung | doppelt gemoppelt, aber unschädlich |
| Elektriker (m/w) | veraltet | schließt divers aus |
| Krankenschwester, Putzfrau, Sekretärin | weibliche Bezeichnung | spricht nur Frauen an, ersetzen |
| „starke Jungs gesucht“ | Text unter dem Titel | spricht nur Männer an, auch mit (m/w/d) im Titel |
Die Grundform plus (m/w/d) hat einen praktischen Vorteil: Bewerber suchen nach „Elektroniker“, nicht nach „Elektroniker*in“. Für Google for Jobs gehört der Zusatz nur in den sichtbaren Titel. In das Feld title des Datensatzes schreibt Google zufolge nur die Bezeichnung der Stelle, ohne Codes, Orte oder Gehälter; wir lassen dort auch das (m/w/d) weg.
Der Text unter dem Titel zählt mit
Ein (m/w/d) im Titel rettet keine Anzeige, die im Text nach „Jungs“, einer „Krankenschwester“ oder „kräftigen Männern“ sucht. Gerichte schauen auf die ganze Ausschreibung. Wer körperliche Anforderungen hat, schreibt sie sachlich: „Heben bis 25 kg“ statt „kräftiger Mann“. Prüfen können Sie eine bestehende Anzeige mit dem kostenlosen AGG-Check, weitere Fallen stehen unter Stellenanzeige schreiben.
Wie wir das sicherstellen
Unser Programm setzt (m/w/d) nach festen Regeln an jeden Titel, macht aus Formen mit Sternchen die Grundform und ersetzt weibliche Berufsbezeichnungen wie „Krankenschwester“ durch neutrale. Jeder fertige Text läuft durch einen Katalog bekannter Formulierungen, bevor er rausgeht. Dafür geben wir eine Prüfgarantie: Steht in einer gelieferten Anzeige trotzdem kein (m/w/d) im Titel oder eine Formulierung aus dem Katalog, erstellen wir neu und erstatten den Preis, zwölf Monate lang. Anzeige mit Karriereseite für 49 € netto: Stelle eintragen.
Allgemeine Hinweise, keine Rechtsberatung.
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Häufige Fragen
Reicht (m/w) noch?
Besser nicht. Seit dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 10.10.2017 (1 BvR 2019/16) und § 22 PStG gibt es die Angabe divers. Ein (m/w) schließt Menschen ohne Zuordnung zu Mann oder Frau aus.
Gibt es Alternativen zu (m/w/d)?
Ja, etwa (w/m/d), (gn) für geschlechtsneutral, eine Doppelnennung mit Sternchen oder eine neutrale Bezeichnung wie Pflegefachkraft. Entscheidend ist, dass die ganze Anzeige alle anspricht, auch der Text darunter.
Was passiert, wenn das d fehlt?
Allein deshalb gibt es keine Strafe. Bewirbt sich aber jemand, wird abgelehnt und beruft sich auf eine Benachteiligung, ist die Anzeige ein Indiz (§ 22 AGG). Der Betrieb muss dann beweisen, dass das Geschlecht keine Rolle gespielt hat. Möglich sind bis zu drei Monatsgehälter Entschädigung (§ 15 Abs. 2 AGG).